:: vsstö/aks/sj: "nein" zur frauenfeindlichen einstellung der katholischen kirche
Utl.: Jugendorganisationen üben Kritik an Schönborns Frauenbild
Wien - In einem Interview im gestern erschienenen Profil
(12.01.09) sprach sich Kardinal Christoph Schönborn ein erneutes Mal
gegen die Empfängnisverhütung, speziell mit der Antibabypille, aus
und bezeichnete die Familie als "Basisnetzwerk der Solidarität, ohne
das eine Gesellschaft nicht bestehen kann". Das prinzipielle "Nein"
der Kirche zu Empfängnisverhütung sollte gerade in einer Zeit, in der
die Rate der Geschlechtkrankheiten massiv am Steigen ist, aufs
schärfste kritisiert und hinterfragt werden. "Vor allem Jugendliche
betrifft die Thematik der Geschlechtskrankheiten sehr stark. Hier
darf nicht mit noch stärkerer Bevormundung von Seiten der Kirche
dagegen vorgegangen werden, sondern das Problem muss durch präventive
Maßnahmen, wie zum Beispiel verstärkte Aufklärung behoben werden",
kritisiert Katharina Spielmann, Frauensprecherin der Aktion
kritischer SchülerInnen (AKS), die Vorhergehensweise der katholischen
Kirche. ****
Auch was das Frauenbild der katholischen Kirche anbelangt, sind
sich die Jugendorganisationen einig. Nach ihnen ist dieses "veraltet
und enorm rückschrittlich". "Nach der Ansicht der katholischen Kirche
stehen Frauen noch immer für die Reproduktion der Familie. Dabei
können Frauen in der heutigen Zeit den Verlauf ihres Lebens selbst
bestimmen und Kinder spielen dabei oft keine Rolle. Frauen dürfen
nicht in das altertümliche Bild der Mutter und Hausfrau
zurückgedrängt werden", sieht Maria Maltschnig, Bundesvorsitzende des
VSStÖ.
"Ein "Nein" zu Empfängnisverhütung und Abtreibung würde keinen
Kinderzuwachs bewirken. Viel mehr gäbe es mehr ungewollte
Schwangerschaften, mehr Frauen die an einer illegal durchgeführten
Abtreibung sterben und eine viel weitere Verbreitung von
Geschlechtskrankheiten. Dies sollte auf keinen Fall das Ziel einer
fortschrittlichen Gesellschaft sein", schließt Christine Utzig,
Frauensprecherin der SJÖ.
Rückfragehinweis: Oona Kroisleitner, VSStÖ-Pressesprecherin,
Tel.:0699 177 61 902