:: vsstö/sj/aks: gewalt an frauen stoppen!
Jugendorganisationen veranstalten Medienaktion zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen
Jede dritte Frau wird laut UNIFEM (Entwicklungsfonds
der Vereinten Nationen für Frauen) einmal in ihrem Leben Opfer von
Gewalt. Als Angstraum wird meist die Straße bei Nacht identifiziert,
doch Gewalt wird nicht von Unbekannten im öffentlichen Raum ausgeübt,
sondern zum größten Teil im Kreis der Familie. Bis zu 70 Prozent
aller weiblichen Mordopfer werden von ihrem männlichen Partner
getötet. "Gewalt an Frauen ist keine Privatsache, sondern ein Problem
unserer patriarchalen Gesellschaft, die Frauen in
Abhängigkeitsverhältnisse von ihren männlichen Partnern treibt.
Daraus resultieren auch die Gründe von Gewalt gegen Frauen, die in
verschiedensten Machtpositionen zwischen den beiden Geschlechtern
liegen", kritisiert Christine Utzig, Frauensprecherin der
Sozialistischen Jugend Österreich (SJÖ).
Wie seitens der Exekutive und der Justiz mit Gewalt gegen Frauen
umgegangen wird, sei mehr als problematisch. Das Wegweiserecht, das
es nach einer Gewalterfahrung Frauen ermöglichen soll, ihren
männlichen Partnern den Kontakt zu verbieten, wird in vielen Fällen
seitens der Polizei nicht ernsthaft genug durchgesetzt. "Weiters ist
es ein großes Problem, dass die Polizei nicht verpflichtet ist, auf
jeder Wache rund um die Uhr eine Polizistin zu stationieren. Die
Hemmschwelle den Partner anzuzeigen, liegt sehr hoch, die Taten
gegenüber einem anderen Mann zu erzählen, ist Gewaltopfern nicht
zuzumuten", meint Katharina Spielmann, Bundesfrauensprecherin der
Aktion kritischer SchülerInnen (AKS).
Solange die Unterdrückung der Frauen in unserem
Gesellschaftssystem anhält, seien Frauenhäuser eine wichtige
Einrichtung zur Verbesserung der Situation der misshandelten Frauen.
Denn sie ermöglichen ihnen, ihre Partner zu verlassen und bieten
Hilfe und Beratung. "Deshalb ist es schockierend, dass es in
Österreich nur 28 Frauenhäuser gibt. Für Frauen, die in einem
ökonomischen Abhängigkeitsverhältnis zu ihrem Partner stehen, ist es
schon schwer genug, sich aus der Umklammerung einer gewalttätigen
Beziehung zu lösen. Es braucht einen flächendeckenden Ausbau der
Frauenhäuser, um Frauen die Flucht aus Gewaltbeziehungen zu
erleichtern", fordert Maria Maltschnig, Bundesvorsitzende des
Verbands Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ). Weiters steht die
Forderung nach einer gesicherten Finanzierung der Einrichtungen: "Es
ist unglaublich, dass Initiativen, die so wichtig sind, am Hungertuch
zu nagen haben und um ihr Weiterbestehen fürchten müssen."