:: black feminism

Die klassische Geschichte der Frauenbewegungen zu erzählen, bringt fast automatisch eine sehr eurozentristische Sichtweise mit sich. Eurozentrismus bedeutet generell, dass Europa ins Zentrum des Denkens und Handelns gestellt wird. Dies soll in dieser Broschüre nicht unhinterfragt passieren. Zu lange wurden feministische Positionen rein aus der Sichtweise der weißen Frau aus der Mittelschicht abgeleitet.

Der westliche Feminismus hat generell lange Zeit das eigene Selbstverständnis als universell gültig betrachtet und nicht erkannt, dass Frauenunterdrückung je nach Kultur und Klasse etwas anderes bedeutet.

Im Zusammenhang mit dem Black Feminism bedeutet das: Die Weiße Frauenbewegung hat sich mit dem Geschlecht als zentrale Kategorie der Unterdrückung beschäftigt und sich nicht mit Rassismus und seinen Folgen für schwarze Frauen auseinandergesetzt. Erst schwarze Frauen haben schließlich auch eine Differenz zwischen den Frauen untereinander zum Thema gemacht. Bereits 1979 konfrontierte Audre Lorde, Schriftstellerin und Aktivistin des Black Feminism, auf einer internationalen Konferenz zum 30-jährigen Bestehen des Anderen Geschlechts von Simone de Beauvoir die Weiße Frauenbewegung mit dem Rassismus-Vorwurf:

„Da sich weiße feministische Theoretikerinnen nicht mit den Differenzen zwischen Frauen befassen, kümmern sie sich auch nicht um die Tatsache, dass die Frauen, die ihre Häuser putzen und ihre Kinder hüten, während sie selbst Konferenzen über feministische Theorie besuchen, größtenteils arme und farbige Frauen sind. Was ist die Theorie hinter rassistischem Feminismus?“


Black Feminism beinhaltet die Kategorien Rassismus, Klasse und sexuelle Orientierung; dies sind mittlerweile auch Parameter in westlichen feministischen Diskursen.

Doch begonnen hat der Kampf gegen Unterdrückung von schwarzen Frauen schon viel früher. Es kann gesagt werden, dass „der Widerstand schwarzer Frauen gegen geschlechtliche Unterdrückung seit der Ankunft versklavter AfrikanerInnen auf dem Nordamerikanischen Kontinent einen konstanten Faktor darstellte, auch wenn er nicht von Beginn an als feministisch bezeichnet wurde.“