:: frauen im porträt

Viele Frauen engagierten sich in der Frauenbewegung. Alle haben dazu beigetragen, politische Erfolge für Generationen nach ihnen zu erringen und Anliegen von Frauen ins gesellschaftliche Bewusstsein zu rücken. Diese Porträts sind nur Beispiele. 

:: johanna dohnal

Johanna Dohnal ist das Symbol für die zweite österreichische Frauenbewegung. Geboren wurde sie am 14. Februar 1939 in Wien. Sie begann ihre Karriere als Bezirksrätin und wurde Anfang der 70er SPÖ-Landesfrauensekretärin und Landtagsabgeordnete in Wien. 1979 wurde sie Staatssekretärin für Frauen und Familienfragen. In den kommenden Jahren werden Verbesserungen für Frauen am Arbeitsplatz und in der Familie beschlossen. Es gibt beispielsweise keinen Unterschied mehr in den Kollektivverträgen zwischen Frauen- und Männerlöhnen, geschlechtsspezifische Stellenausschreibungen werden verboten. Der Anteil der Frauen bei Wahlen in Parteifunktionen und die Aufstellung und Reihung der Kandidatinnen für öffentliche Funktionen, muss mindestens 25 % betragen und darf nicht verringert werden. 1985 wird Johanna Dohnal zur Vizepräsidentin der UNO-Weltfrauenkonferenz gewählt. 1991 wird das Ministerium für Frauenangelegenheiten geschaffen. Johanna Dohnal wird Bundesministerin ohne Porte Feuille. 1995 scheidet sie bei den Regierungsverhandlungen aus der Politik aus und bekleidete seitdem kein politisches Amt mehr. Johanna Dohnal starb am 20. Februar 2010.

:: alice schwarzer

Alice Schwarzer gilt als eine der bedeutendsten Frauen der zweiten deutschen Frauenbewegung. Heute wird sie oft als die einzige deutsche Feministin gehandelt, wobei diese Annahme stark von den Medien geprägt wurde, und die Errungenschaften vieler anderer Frauen der Frauenbewegung dadurch in den Hintergrund gedrängt wurden. Alice Schwarzer wurde am 3. Dezember 1942 in Wuppertal-Elberfeld geboren. Ihre Mutter ist allein stehend und Alice wächst bei ihren Großeltern auf, die sie laut eigenen Angaben weder „typisch“ weiblich noch männlich erziehen. In den 60er Jahren verbringt sie Zeit in Frankreich und macht Bekanntschaft mit Sartre. Sie arbeitet als Journalistin und zieht in den 70er Jahren wieder zurück nach Paris, wo sie sich in der Frauenbewegung engagiert und Gespräche mit Simone de Beauvoir führt. 1971 initiiert sie nach französischem Vorbild einen Artikel im deutschen Stern, in dem 374 Frauen zugaben, abgetrieben zu haben. Im gleichen Jahr veröffentlicht sie ihr erstes Buch “Frauen gegen den § 218” zum Thema Abtreibung. Sie veröffentlicht einige Bücher, darunter “Frauenarbeit-Frauenbefreiung” zum Thema Gratisarbeit der Frau in der Familie und “Der kleine Unterschied und seine großen Folgen”, in dem Frauen über Beziehungen, Sexualität und Arbeit sprechen. 1977 veröffentlicht sie zum ersten Mal das feministische Magazin “Emma”, das bis heute existiert. Sie engagiert sich für die Por-NO-Kampagne sowie gegen Prostitution. Alice Schwarzer ist bis heute in den Medien präsent und prägt die feministische Landschaft Deutschlands. 

:: charlotte roche 

Die in England geborene Charlotte Roche beglückte in den späten 1990er Jahren die Kölner_innen mit einer öffentlichen Headbangsession. Ihren Durchbruch schaffte der „kleine, gut angezogene Gnom“ (Selbstbeschreibung Roche) 1998 als sie bei VIVA 2 als Frontgesicht prompt aus 8000 Bewerber_innen hervorstach. In ihrer Sendung scheute sie sich auch nicht, Musiker öffentlich als Machoschweine zu beschimpfen. Die Frau, die sich kein Blatt vor den Mund nimmt, erhielt 2002 den Bayrischen Filmpreis und ist auch sonst recht flott unterwegs. 2006 war sie als Moderatorin des Arte Musikmagazins Tracks zu bewundern. Feministische Züge hatte sie bereits in der Pubertät. Ihre Mutter, die Roche selbst als oberfeministisch bezeichnet, gab ihr statt Bravo, Emma zu lesen. Doch heute steht Roche mit Alice Schwarzer auf Kriegsfuß, da sich diese für die Bild verkauft habe. Charlotte Roche, die im Alter gern ein Frauenpuff eröffnen würde, machte 2008 mit ihrem kontrovers diskutiertem Buch Feuchtgebiete auf sich aufmerksam.

:: valie export

Valie Export wurde am 17. Mai 1940 in Linz geboren. Sie ist Künstlerin und begreift den Körper als unmittelbare soziale Codierung. Sie wird berühmt durch ihre Filme wie „Menschenfrauen“ 1980, aber auch durch ihr Tapp- und Tastkino (1968), bei dem die Zuschauer_innen in einen Kasten greifen und ihre Brüste betasten können. Ihre künstlerische Arbeit umfasst unter anderem Video Environments, digitale Fotografie, Installationen, Body Performances, Körper-Material-Interaktionen. Persona Performances, Laser Installationen, Objekte, Skulpturen, Texte zur zeitgenössischen Kunstgeschichte und Feminismus.